Während im Westen Abfahrtski gefahren wurde, war im Osten Langlauf angesagt. Und was schoben die DDR-Bürger am häufigsten durch die Loipen im Erzgebirge, Vogtland oder Harz? Die Bretter mit dem Schriftzug Germina! Die kamen aus einem kleinen Ort im Thüringer Wald. 400 Beschäftigte fertigten in Floh bis zur Wende 700.000 Paar Skier pro Jahr. Nach der Wende wurde es unruhig um die Skimarke.
Verschiedene Investoren versuchten sich im umkämpften Markt und scheiterten. Das schadete nicht nur bei der Händler-Order, auch der Markenname Germina geriet in unruhiges Fahrwasser. Einen wirklichen Neustart wagte die Familie Nothnagel am neuen Standort in Unterschönau 2004 und in den darauf folgenden Jahren. Frank Nothnagel wollte Germina langsam und solide wieder aufbauen. Um ganzjährig präsent zu sein, werden seitdem auch Sommerprodukte wie Skiroller und Mountainbikes angeboten. Aktuell beschäftigt Nothnagels Germina-Betrieb in Unterschönau mit der Metallfertigung 15 Mitarbeiter. Es geht voran.
Was nun „nur“ noch fehlte war ein stringentes Markenbild – auch um gegenüber dem Handel und nicht zuletzt den Endkunden verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Viertakt wurde beauftragt, die Marke ins Heute zu übersetzen. Eine knifflige Aufgabe. Denn Germina ist in den Köpfen seiner Liebhaber eine echte Ikone. Das Markenbild sollte deshalb weder mit der langen Tradition brechen, noch die heutigen Ansprüche vernachlässigen.